Startseite > www.beelitz-berliner-strasse-200.web-bb.de
 
Galerie 01 / 20.11.2015   1000*750 Pixel
 
Galerie 02 / 08.09.2016   1200*900 Pixel
 
  
Willkommen in der "Spezialitäten-Stube" - Neues Leben in historischem Beelitzer Altstadthaus

Behaglich ist er geworden, der Laden im Stadthaus in der Berliner Straße 200: Türen und Fenster sind im dunklen Grün gehalten, antike Leuchter verbreiten warmes Licht. Die umlaufenden Fliesen enden auf halber Raumhöhe in kunstvollen Bordüren, die Blumenmotive und Pfauen zeigen: Es sind Spezialanfertigungen aus England, historischen Vorbildern aus der Kolonialzeit nachempfunden. Die Räume verbinden Tradition und Moderne - ein klassisches Ambiente, kreativ inszeniert, mit dem Blick auf die Beelitzer Altstadt vor den Scheiben.

In dieser einzigartigen Atmosphäre kann man seit kurzem Feinkost und Spezialitäten kosten und kaufen: Hausgemachte Wurst vom Familienbetrieb Kaplick aus Alt Bork, Sanddornlikör und Rumtöpfe aus der Süßmost– und Weinkelterei Hohenseefeld, Leinöl aus der Schulzendorfer Ölmühle. Und Kaninchenkost aus Beelitz.

Inhaberin Steffi Schmidt, zugleich Chefin des renommierten Kaninchenspezialitätenbetriebes in der Brücker Straße, hat die Generalprobe bestanden: Seit der Eröffnung ihres Ladens „Kaninchen und Spezialitäten“ Ende November geben sich die Gäste die Klinke in die Hand. „Viele bestellen jetzt ihre Weihnachtsbraten, kommen wegen unseres Mittagsangebotes“, berichtet sie. Und manche wollen einfach nur schauen, was aus der ehemaligen Eisdiele in der Beelitzer Altstadt geworden ist.

Text   Thomas Lähns ... Pressesprecher Stadt Beelitz
  
  
Erst im März hatte der Beelitzer Optiker Stefan Fuhrmann das Gebäude gekauft, um es zu sanieren und zurück in das städtische Leben zu holen. Das bis dato eher unscheinbare Haus neben der Adler-Apotheke hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich: Im 19. Jahrhundert diente es als Zigarrengeschäft und Friseur, später nur noch als Friseur. Zuletzt befand sich hier eine Eisdiele. Äußerlich hatte sich seither nicht viel getan, doch in den letzten Monaten wandelte sich das Gesicht des Gebäudes rasant: Das Dach wurde erneuert, die Fassade rekonstruiert und neue Holztüren und –fenster eingesetzt. Auch die Leitungen mussten überarbeitet und schließlich die Ladenräume hergerichtet werden. „Gerade in der Schlussphase wurde es richtig anspruchsvoll“, berichtet der Eigentümer. Pünktlich zum Adventsmarkt sollte das Geschäft eröffnet werden, sodass der umsatzstarke Dezember von der neuen Mieterin mitgenommen werden kann.

Das Spezialitätengeschäft im Erdgeschoss war von Anfang an fester Bestandteil des Sanierungs– und Nutzungskonzeptes. Steffi Schmidt wollte das Haus ursprünglich selbst übernehmen, die jetzige Lösung ist ihr aber lieber - immerhin kann sie sich so auf die Vermarktung konzentrieren - und den Ausbau des Sortiments. „Auf der Grünen Woche im Januar werden wir die Werbetrommel für den Laden rühren“, kündigt sie an. Dort hat ihr Unternehmen seit Jahren einen eigenen Stand, der Name „Kaninchen-Schmidt“ ist vielen Berlinern ein Begriff. In früheren Jahren sei sie vor allem dort immer wieder gefragt worden, wo man die Erzeugnisse des Beelitzer Familienbetriebes kaufen kann. Einen Hofladen gab es bislang nicht, der Verkauf erfolgte gewissermaßen zwischen Tür und Angel auf dem Firmengelände - oder über die Supermärkte und Hofläden anderer Anbieter.

www.gruene-woche-beelitz.de 
  
  
Für Stefan Fuhrmann, der im Frühjahr mit der Sanierung des Obergeschosses weitermachen möchte und hier letztendlich auch wohnen will, ist die Gebäudesanierung weitgehend Neuland gewesen. „Man muss vor allem lernen, ruhig zu bleiben“, schmunzelt er. Obwohl er den beteiligten Firmen aus Beelitz und der näheren Umgebung durchweg gute Arbeit bescheinigen kann. „Aber gerade bei alten Häusern ist man vor Überraschungen nicht gefeit.“

Zur Eröffnung Ende November waren fast alle Gewerbetreibenden aus der Altstadt vor Ort gewesen und haben die neuen Nachbarn begrüßt. „Sie alle freuen sich, dass hier ein frequentiertes Geschäft entstanden ist, das Kunden lockt und unsere Altstadt weiter belebt“, sagt Bürgermeister Bernhard Knuth. Er hat dem Sanierungsprojekt ein Stück weit den Weg geebnet und Investor und Mieter zusammengebracht. „Herr Fuhrmann hat zwei wesentliche Dinge bewirkt: Zum einen wurde ein städtebaulicher Missstand behoben, zum anderen wurde ein Unternehmen im Stadtkern verankert, das weithin bekannt ist.“

Öffnungszeiten: dienstags bis freitags 9 bis 18 Uhr, samstags 9 bis 12 Uhr. Montags bis auf Weiteres Ruhetag.