Beelitz, den 26.03.2015

Ein Haus mit Charme  
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Es ist weder das größte noch das markanteste Gebäude in Beelitz – und doch hat das Haus in der Berliner Straße 200 es Stefan Fuhrmann angetan. „Hier oben sind die Decken niedrig und etwas schief, die Räume klein und verwinkelt, aber gerade das finde ich so charmant.“ Der 26-Jährige steht mitten in einem leergeräumten Wohnzimmer. Die Dielen knirschen unter den Füßen, in der Ecke steht eine alte Polstergarnitur im 90er-Jahre-Chic. „Die ist noch vom Vorbesitzer.“

Stefan Fuhrmann hat das Haus gekauft, um es zu sanieren – und liefert damit ein weiteres Beispiel, wie alte Bausubstanz in der Spargelstadt eine neue Zukunft erhält. Während er die Wohnung in der oberen Etage selbst nutzen wird, soll der Laden unten vermietet werden. Zuletzt befand sich dort eine Eisdiele, davor arbeitete ein Friseur in den Räumen und ganz früher gab es hier einen Tabakladen. Einen neuen Nutzer gibt es längst: Steffi Schmidt, Inhaberin des traditionsreichen gleichnamigen Kaninchenspezialitätenbetriebes, will hier ein Geschäft für regionale Produkte eröffnen.

Das ist der Beelitzer Weg: Ein Objekt wird ins Auge gefasst und schon vor dem Kauf und der anschließenden Sanierung wird die spätere Nutzung geregelt. So hat es die Stadt selbst mit vielen Liegenschaften gemacht –unter anderem mit dem GenussEck im Lustgarten, dem kleinen Haus in der Poststraße 20 oder dem heutigen Fahrradladen in der Berliner Straße 19 - und auch immer mehr private Investoren gehen so vor. Während Mietwohnungen in der Altstadt ohnehin stark nachgefragt sind, entdecken auch immer mehr Gewerbetreibende das Beelitzer Zentrum für sich.

„Als Beelitzer Familienunternehmen wollen wir auch in der Mitte der Stadt präsent sein“, sagt Steffi Schmidt. Bisher gibt es nur einen Hofladen auf dem Betriebsgelände in der Brücker Straße, die Erzeugnisse des Betriebes finden aber auch auf den Märkten in der Region einen guten Absatz. Das neue Geschäft will sie gemeinsam mit Manfred Memmert betreiben, er ist Geschäftsführer der Süßmost- und Weinkelterei Hohenseefeld (Teltow-Fläming) und zugleich Vorsitzender des Marketingverbandes Pro Agro. „Schon dadurch besteht ein enger Kontakt zu vielen Erzeugern, deren Produkte wir dann ebenfalls anbieten wollen“, erklärt die Unternehmerin.

Dass Schmidt und Fuhrmann zueinander gefunden haben, liegt an den kurzen Wegen in Beelitz, wo fast jeder jeden kennt. Sie habe selbst schon vor einem Jahr mit dem Kauf des Objektes geliebäugelt, erklärt Steffi Schmidt, doch die jetzige Konstellation sei sinnvoller. Stefan Fuhrmann, der als Geschäftsführer das Optikgeschäft „Brillen im Schmiedehof“ in der Poststraße leitet, hatte indes in erster Linie eine Wohnimmobilie gesucht, um sich auch auf lange Sicht in Beelitz niederzulassen. „Ich mag die Atmosphäre, die hier herrscht, die Lebensqualität.“ Ursprünglich stammt er aus Seddiner See und lebt seit knapp einem Jahr in Beelitz.

Dass nun auch Ladenfläche am Wohneigentum dran hängt, sei ein schöner Nebeneffekt: „Jedes Haus, das hier saniert wird und jedes Gewerbe, das sich in Beelitz ansiedelt, bringt unsere Stadt insgesamt weiter“, ist Fuhrmann überzeugt. Letztendlich habe nicht er das Haus, sondern das Haus ihn gefunden.

Nachdem der Verkauf in dieser Woche abgeschlossen wurde, will der Beelitzer die Sanierung sobald wie möglich in Angriff nehmen. Dafür kann er auch auf Mittel aus der Städtebauförderung zurückgreifen. Der Denkmalschutz sieht zwar strenge Auflagen vor, doch die sieht Fuhrmann nicht als Belastung, sondern eher als verpflichtende Herausforderung: Die Rekonstruktion der historischen Fassade, das Ersetzen der Kunststofffenster durch höherwertige Holzfenster - „das alles hätte ich ohnehin nicht anders gemacht“, unterstreicht er.


Beelitz, den 26.03.2015 - Text   Thomas Lähns ... Pressesprecher Stadt Beelitz

 

siehe auch : Galerie 01 / 20.11.2015 - Beelitz Berliner Strasse 200

 
siehe auch : Galerie 02 / 08.09.2016 - Beelitz Berliner Strasse 200
  
 
 
 
 
  
  
  

  
      
 


 
 

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